Was sind Süßstoffe?

Süßstoffe sind synthetisch hergestellte oder natürliche Zuckerersatzstoffe, die in Tablettenform, Flüssigform sowie als Streusüße erhältlich sind. Süßstoffe haben eine weitaus höhere Süßkraft als Zucker oder Zuckeraustauschstoffe. Bei der Süßkraft der Süßstoffe gibt es allerdings enorme Unterschiede. So liegt die Süßkraft von Neotam beispielsweise bei 10.000 (Neotam ist also 10.000 Mal süßer als herkömmlicher Haushaltszucker), während die Süßkraft von Acesulfam bei 200 liegt.

In der EU sind folgende Süßstoffe zugelassen:

  • Acesulfam
  • Aspartam
  • Aspartam-Acesulfam-Salz
  • Cyclamat
  • Neohesperidin
  • Neotam
  • Saccharin
  • Sucralose
  • Stevia
  • Thaumatin

Handelsübliche Süßstoffe bestehen in der Regel aus Saccharin und Cyclamat. Eine Kombination beider Süßstoffe hat den Vorteil, dass der leicht bittere Geschmack des Saccharins durch die Zugabe von Cyclamat unterdrückt wird und der Verbraucher somit eine angenehme Süße schmeckt.

Lange Zeit standen Süßstoffe in der Kritik. Immer wieder wurden mit ihnen gesundheitliche Risiken in Verbindung gebracht. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Kritiker allerdings verschweigen lassen und die gesundheitliche Unbedenklichkeit von Süßstoffen voll bestätigt. Von der WHO wurde allerdings ein ADI-Wert (ADI = „Acceptable Daily Intake“, deutsch: erlaubte Tagesdosis) festgelegt. Dieser Wert basiert auf der empfohlenen Tagesmenge, die – vorausgesetzt, man würde Süßstoffe ein Leben lang tagtäglich zu sich nehmen – gesundheitlich unbedenklich ist. Die empfohlene Tagesmenge richtet sich nach dem Körpergewicht und beträgt beispielsweise für Asparatam 40mg pro Kilo Körpergewicht. Das bedeutet, dass eine 60 Kilo schwere Frau jeden Tag mehr als 36 Dosen eines mit Asparatam gesüßten Softdrinks zu sich nehmen müsste, um den Grenzwert zu überschreiten.

Ob man Süßstoffe mag oder ihnen eher kritisch gegenübersteht, bleibt jedem selbst überlassen. Die folgenden Infos zu den Vor- und Nachteile von Süßstoffen können in jedem Fall dazu beitragen, sich ein realistisches Bild davon zu machen und für sich eine Entscheidung zu treffen.

Vorteile von Süßstoffen

  • Da Süßstoffe eine weitaus höhere Süßkraft haben als Zucker oder Zuckeraustauschstoffe, geht man automatisch sparsamer damit um. So reichen minimale Mengen, um dieselbe Süßkraft wie von Zucker zu erzielen.
  • Während Zucker kariesfördernd ist, können Süßstoffe nicht von der Mundflora verstoffwechselt werden und bieten Karies daher keine Nahrung.
  • Süßstoffe enthalten fast keine Energie, so dass durch deren Verwendung Kalorien eingespart werden können und Übergewicht aktiv vorgebeugt werden kann.
  • Außerdem lösen Süßstoffe keine glykämische Reaktion aus, so dass Diabetiker Süßstoffe bedenkenlos zu sich nehmen können.
  • Bis auf Aspartam und Thaumatin lassen sich Süßstoffe problemlos erhitzen. Das heißt, dass sich Süßstoffe als Zuckerersatz beim Kochen und Backen eignen.

Nachteile von Süßstoffen

  • Nach Tierversuchen wurde der Vorwurf immer wieder laut, dass Süßstoff in sehr hohen Dosierungen karzinogen, also krebserregend, sei. Wissenschaftler sind sich heute allerdings einig, dass das Risiko in normalen Dosierungen unerheblich ist. Zu diesem Schluss kommt auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung.
  • Süßstoff wurde in der Vergangenheit eine appetitsteigernde Wirkung nachgesagt. So wurde in den Medien davon berichtet, dass in der Schweinemast Süßstoff verwendet wird. Heute weiß man, dass der Zusammenhang zwischen Schweinemast und Süßstoff den Legenden zuzuordnen ist. Schweine haben andere Geschmacksknospen als Menschen. Saccharin ist der einzige Süßstoff, der bei Mensch und Tier wirkt. Tatsächlich wird Saccharin bei Ferkeln bis zum vierten Monat eingesetzt. Allerdings wird dies nicht getan, um deren Hunger anzukurbeln, sondern um den Ferkeln den Umstieg von der süßlichen Muttermilch auf die (teilweise) bittere Nahrung etwas zu versüßen. Fette Schweine haben also nichts mit Süßstoff zu tun.
  • Last but not least: Süßstoffen fehlt es im Vergleich zu Zucker an Masse. Aus diesem Grund werden Süßstoffe in der Lebensmitteltechnologie mit sogenannten Füllstoffen (Inulin, Fructose und Zuckeralkoholen) auf ein entsprechendes Volumen gebracht. Aufgrund der fehlenden Masse ist es schwierig, Süßstoffe in der Küche beispielsweise beim Backen zu verarbeiten.

 

Süßstoffe
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